Die Idee ist ebenso genial wie einfach zugleich: Personen produzieren CO2. Der Gehalt des Gases in der Raumluft lässt daher Rückschlüsse auf die Anzahl der Atmenden zu. Soweit die Hypothese – Zeit für einen Reality Check.
Am Campus WU ist die Klimatisierung in eine umfassende Gebäudeleittechnik integriert. Wo früher mühsam verkabelt wurde, da reicht heute ein einziges TCP/IP-Signal aus. Zu Testzwecken haben wir einen CO2-Sensor mit Webserver ausgestattet und in einem Hörsaal (2.18) der WU platziert.
Von der Decke des Hörsaals aus wird nun ununterbrochen gerochen, in einer Datenbank wird der CO2-Wert protokolliert.
It works!
Die Freude war jedenfalls groß, als heute das Setup in Betrieb genommen wurde und auch sofort “angeschlagen” hat.

Unter dem CO2-Sensor stehen und sprechen, kurz rausgehen, direktes Hineinatmen, Raum verlassen. It works!
Was nun?
Nun folgt eine mathematische Aufgabe: Wie kommen wir von einem Co2-Level (eigentlich einer elektrischen Spannung) zu einer Personenzahl? Der Wert wird stark von der tatsächlichen Kubatur des Raums abhängen, von Faktoren wie Zustand der Fenster und der Klimatisierung; bösartig könnte man auch noch den Inhalt der Lehrveranstaltung als Faktor ansehen. Meine Meinung: Menschen können Muster ohnehin sehr gut erkennen; der Mockup des künftigen Raumbuchungs-Systems zeigt bereits ohne errechnete Werte, was Sache ist:

Kleine Diagramme visualisieren den Verlauf des CO2-Gehalts; Menschen sind ohnehin gute Muster-Erkenner bei geeigneter Darstellung.
Update
Mit 3. Oktober konnte ich das Setup erstmals mit echten Lehrveranstaltungen testen. Laut Vorlesungsverzeichnis gab es zwei Lehrveranstaltungen, die gebuchten Zeiten habe ich farblich hinterlegt. LV1 hat 15 Minuten verspätet begonnen, es gab zusätzlich ein paar Pausen oder geöffnete Fenster. LV2 lief lediglich rund 20 Minuten – durchaus üblich zu Semesterbeginn, wo beispielsweise nur der Ablauf erklärt wird.



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