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IT architecture

Rethink reuse

Although I cannot share details of my current work except of fancy presentations there’s one general topic that keeps haunting me in a lot of discussions: The question of reusing code and components across platforms, target audiences, use cases, etc.

At first glance it looks like a brilliant idea: You build something once and use it several times for various use cases. Technicians love such a concepts because they’re motivated by complex problems; business people of course are fond of possible cost-reduction; IT architects love to draw boxes with arrows around them and usually feel big pain when comparable boxes appear twice in their diagrams.

The problem: Good ideas do not always work out. And what annoys me the most is the fact that software reuse seems to be an unchallenged goal, a mantra nobody dares to question. A lot of the obvious side-effects are rarely considered when going for reuse, such as:

  • growing complexity by serving additional requirements. This complexity exists in many areas, e.g. coding, testing, decision-making, etc.
  • operational issues by serving multiple target groups/stakeholders, e.g. when can you do a maintenance window?
  • losing advantages you’d have from very focused implementations, e.g. performance, optimized UX, etc.

The Space Shuttle: a terrible example of reuse

Let’s look at an example outside of my world of IT: The Space Shuttle – or better called the Space Transportation System (STS) – is an almost perfect case study where cost reduction and related benefits where promised from reusing components.

Just by looking at the picture below you can actually see (or at least imagine) all the parts which were only needed to fulfill reuse: wings with their heat shield, a tail, landing gear including unnecessarily heavy tyres, a fully functional cockpit for landing, solid liquid boosters (two rockets on the side) which fell down back into the ocean, etc.

As it turned out the Space Shuttle was limited in capacity, only reached low orbits, was more expensive and eventually killed more people than any other comparable space launch system. (A nice read on forbes.com)

Space Shuttle Launch
One of the most impressive vehicles ever built – and a total fail: The Space Transportation System.

Not being an expert on space travel let’s get back to IT. The example above just shows that there was tremendous overhead just to satisfy the requirement of reuse. As an architect I will in the future try to think twice and try to locate the space shuttle projects amongst my tasks. Reusing stuff is really cool, but only as long as it makes sense.

IT explained

Mathias at openslava

Nach inzwischen mehr als zwei Jahren in sehr unterschiedlichen Rollen für George, fragen mich Freunde und frühere Weggefährten oft, was ich in der Bank denn so tue. Vielleicht erklärt’s ja mein Talk bei der openslava 2016😉

IT explained

George bloggt

2012 habe ich an dieser Stelle über IT in Banken gebloggt. Dass ich zweieinhalb Jahre später selbst tief drinnen in der IT einer Bank arbeite, hätte ich damals nicht gedacht. 

Als Teil des Teams rund um George gibt’s nun einen Beitrag über Sicherheit und Datenschutz – ein wirklich spannendes IT-Thema im Kontext von Bankensoftware! Hier geht’s zu meinem Artikel im George Blog.

Und die Tatsache, dass es besser geschrieben ist, als die Texte hier in meinem Blog, liegt an meinem Ghostwriter Dag;-)

IT explained

Was ist da los bei der Bank Austria?

Frage: Was ist derzeit noch unbeliebter als ein Banker?
Antwort: Ein IT-Mitarbeiter einer Bank, sofern wir von der Bank Austria sprechen.

Die Bank Austria führt die größte IT-Umstellung ihrer Geschichte durch, Online-Banking aber auch Bankomaten sind über Tage nicht verfügbar. Die Kunden gehen auf die Barrikaden – soweit zur Chronologie eines schief gegangenen IT-Projekts. (“Arbeiten Tag und Nacht daran”, Bank Austria kämpft weiter mit IT-Problemen – die Kommentare verdeutlichen, wie beliebt Banken inzwischen sind.)

Ich habe die IT-Mitarbeiter der Bank Austria zufällig Anfang des Jahres im Blog erwähnt. Kurzversion der damaligen Aussage: Eine Bank, die sich im Zweijahresrhythmus neu strukturiert, kann ihre Hausaufgaben im IT-Bereich nicht erfüllen. Statt nachhaltiger (IT-)Innovation spielt es eben Logotausch auf Homepages und Lebenserhaltung zusammenfusionierter Systeme.

“Serverprobleme”

IT-Umstellungen sind für alle Beteiligten kein Spaß und deren Komplexität ähnelt dem Bau einer neuen Firmenzentrale. Problematisch ist allerdings, dass im Unternehmen das Verständnis für Kosten und Komplexität nur für letztere Projekte vorhanden ist. IT-Projekte werden selten in ihrer Gesamtheit begriffen, daher werden sie – und vor allem ihr Risiko – auch chronisch unterschätzt:

Was man nicht sehen oder angreifen kann, gibt es scheinbar nicht. 

Im Projekt der Bank Austria hat es mitunter an Verständnis, mit Sicherheit jedoch nicht an einer Sache gemangelt, an teurer Management- und IT-Beratung. Mit dem üblichen Toolset moderner Office-Magie wurden da vermutlich GANTT-Charts, Projektstrukturpläne und Pflichtenhefte verwaltet.

Ich kenne das das aus meiner persönlichen Arbeitswelt und es stinkt zum Himmel: Aus dem ursprünglichen Ziel, ein Projekt zu managen, wird mit diesem Vorgehen zunächst Nachvollziehbarkeit und schließlich nur noch Rechtfertigung oder Anschuldigung.

“Projects don’t fail from of a lack of charts, graphs, reports, or statistics, they fail from a lack of communication.”

The Basecamp Manifesto

Als ich noch Student war, gab es an der WU über einige Semester hinweg “Serverprobleme” bei der Lehrveranstaltungsanmeldung. Für die Lösung des Problems bedurfte es eingehender Analyse zahlreicher Teilbereiche wie

  • Datenbank und deren Setup
  • SQL-Optimierung der Datenbank-Abfragen
  • Hardware der Datenbankserver, insbes. Festplatten und Speicher
  • Anwendungsserver und deren Setup, insbes. Load-Balancing
  • Code-Optimierung der Programme
  • Analyse des Netzwerk-Verkehrs
  • Session-Management im Front-End
  • Abwehr von Bots im Front-End
  • usw.

Kurzum: Eine komplexe Anwendung besteht aus vielen, interdependenten Teilen. Es benötigt langjährige Erfahrung, um zu verstehen, wie sich ausstehende Requests gegenseitig aufschaukeln, was etwa passiert, wenn ein Datenbankserver plötzlich zu swappen beginnt oder der Application Server keine neuen Sessions mehr zulässt. Solche Systeme zu optimieren gleicht dem Kampf gegen Windmühlen, da man oft nur das Bottleneck von einer Stelle zur anderen verschiebt. (Notwendige) Arbeitsteilung und insbesondere Outsourcing machen eine Gesamt-Analyse oft extrem schwer.

Ist man allerdings IT-Consultant reicht eine Kalkulation in Excel bis das grüne Hakerl erscheint – problem solved, Vorstand und interne Revision zufrieden:

Projektplanung mit Excel und der “Autoausfüllen”-Funktion: Dumm nur, dass die Wirklichkeit kein lineares Wachstum kennt.

Online-Banking neu

Abseits der medial ausgeschlachteten Serverprobleme bereitet mir ja vielmehr das neue Online-Banking Kopfzerbrechen. Was hier optisch aufgehübscht wurde beweist, was die Bank von online einerseits und vor allem ihren Kunden andererseits hält: Nicht wirklich viel.

Ich bin kein Hellseher, wenn ich behaupte, die Anwendungsfälle Kontostand nachsehen, Transaktionen kontrollieren, Überweisungen tätigen und Zusatzprodukte abschließen sind pareto-verteilt (80/20-Regel). D.h. dass ich als Kunde bei vier von fünf Logins lediglich meinen Kontostand bzw. die letzten Transaktionen aufrufe, nicht aber Überweisungen tätige. Die Bank denkt jedenfalls in ihrer eigenen Welt und hat genau die mir wichtigen Funktionen hinter zahlreichen Filtern und Übersichtsseiten versteckt. (Abgesehen davon gibt es Bugs in den Filtern, was mein Vertrauen in die Bank nicht besonders stärkt.)

Wäre ich Vorstand eine Bank, würde ich mindestens so viel Ressourcen in meine Online-Produkte stecken, wie in Personal, Miete, und Ausstattung meiner Filialen – denn sonst erwischt mich die Zukunft eiskalt. (Lesenswert: 5 big trends in how you bank) Die in einigen Jahren übrig gebliebenen Fluglinien Europas (Lufthansa und British Airways; Airline-Branche steht vor enormer Konsolidierung) werden bis dahin auch von RyanAir, easyJet oder den außereuropäischen Low-Cost-Carriern (Taca, AirAsia, JetStar, Southwest) gelernt haben, dass der Weg zum Kunden über Web und Smartphones führt. (Die Lufthansa macht mEn einen super Job dabei.)

Buchtipp, wenn’s um Bank-IT geht: Roeltgen, Eine Million oder ein Jahr. Hinter den Kulissen der IT – ein Insider berichtet. Bei Amazon.

tltr;

IT-Umstellungen sind komplex und Unternehmen leben in Potemkinschen Dörfern gebaut auf Excel- und Powerpoint-Dokumenten, anstatt Projekt- und Risikomanagement zu betreiben. Versteht die Bank online weiterhin nicht, sieht meine Glaskugel ganz, ganz schwarz.