Kommerzielle Software, Open Source oder Eigenentwicklung?

Mit meiner Studierendengruppe an der FH-Wien habe ich Vor- und Nachteile unterschiedlicher Lösungswege bei der Softwareauswahl diskutiert. Wohl wissend, dass es Mischmodelle gibt, haben wir zunächst drei Extremfälle herausgearbeitet:

  • Kommerzielle und gleichzeitig proprietäre Software – also im Idealfall ein Standardprodukt, welches das betriebliche Problem abdeckt. Es wird lizenziert, dazu gibt es Wartungsverträge, der Anbieter kümmert sich um Installation, Roll-Out und Betrieb.
  • Nicht-kommerzielle, freie Software – also im Idealfall ein Open Source Projekt samt aktiver Community, welche ebenso an dem Problem arbeitet. Das Unternehmen kümmert sich selbst um Installation, Roll-Out und Betrieb.
  • Eine in-house oder externe (Eigen-)Entwicklung – also eine Software, die erst geschrieben werden muss. Noch lange vor der Installation gibt es also ein Softwareprojekt mit Anforderungsanalyse, Umsetzung, Tests, usw.

Sinn der Diskussion war zu zeigen, dass es keine universell beste Lösung gibt. Vielmehr konnten wir fünf Ziel-Kriterien definieren, die in Konkurrenz zueinand stehen:

  • Investitionskosten
  • Folgekosten
  • Geschwindigkeit (Projektdurchlaufzeit)
  • Risikominimierung (Wie “sehr” darf dieses Projekt nicht schief gehen?)
  • Flexibilität (Anpassungsfähigkeit, Weiterentwicklungen)

Lege ich meinen Fokus etwa auf maximale Flexibilität, so werde ich bei der Eigenentwicklung landen. Denn hier stehen mir sämtliche Freiheitsgrade offen, das Ganze allerdings zum Preis der Geschwindigkeit.

randbedingungen
Das Software-Fünfeck.

Im konkreten Einzelfall sind uU einige Kriterien gut miteinand zu vereinbaren, in anderen Situationen widersprechen sie sich total. Die fünf Punkte werden allerdings bei der Zielsetzung von Softwareprojekten hilfreich sein.

Parallel zu diesen Zielkriterien konnten wir drei Randbedingungen herausarbeiten, die den Entscheidungsprozess begleiten. Auch hier gilt, dass die Punkte an die konkrete Situation angepasst werden. IT-Sicherheit wiegt für eine Bank wohl deutlich höher, als für einen Sportverein. Die Randbedingungen sind:

  • Sicherheit
  • Zufriedenheit (Usability)
  • Bestehendes Ökosystem (Passt dieses neue Stück Software in meine IT-Landschaft?)
ddd
Die Randbedingungen.

Wer Interesse an einer Checklist für die Auswahl konkreter Software-Produkte hat, dazu gab’s bereits einen Blog-Beitrag.

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