Kiosk Adapter für Evolis Tattoo RW 2 | Kiosk Adapter für Evolis Tattoo RW 2 – Mathias' Blog

Kiosk Adapter für Evolis Tattoo RW 2

Semi-professionelles 3D-Drucken ist bekanntlich gerade Hype im Web und somit aktuell der heißeste Scheiß für Hipsters, Startups und – ja – mich. Grund genug also, ein wenig Erfahrung zu sammeln. Großer Dank geht an Martin Kahr, der den Drucker und vor allem viel Zeit zur Verfügung gestellt hat. (Preise bei ihm auf Anfrage) 

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Das Endprodukt in Serienreife: Ein Kiosk Adapter für den Evolis Tattoo RW 2. Mit dem auf Bruchteile von Millimetern genau gefertigten Kartenschlitz wird aus dem Tischgerät ein für den Einbau geeignetes Unattended-Gerät.

Die Problemstellung

Das Herz des Projekts Octopus ist ein Evolis Tattoo RW2. Das ist ein MIFARE-Kartenleser, der auf speziell beschichteten Ausweiskarten Thermodrucke im ReWrite-Modus durchführen kann. An der WU Wirtschaftsuniversität Wien benötigen wir diesen ThermoReWrite-, oder kurz TRW-Druck für die semesterweise Aktualisierung der Studierendenausweise.

Wir waren schon sehr froh, als wir 2011 ein Gerät gefunden hatten, das unseren Ansprüchen hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Support und v.a. Softwareschnittstellen genügte. Unser Wunsch nach einem Einbaugerät ging beim französischen Hersteller leider nicht in Erfüllung, und so platzierten wir den Drucker beim Terminalbau möglichst präzise hinter der Frontblende.

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Evolis Tattoo RW 2 – leider nur ein Tischgerät.

Die Methode funktioniert in fast allen Fällen, doch es gibt Ausweiskarten, die selbst diesen kleinen Übergang zwischen Front und dahinterliegender Hardware beinhart ausnützen: Eine dieser Killerkarten konnte ich kurz nach ihrer Straftat fotografieren. Kurzum: Wir hatten in den vergangenen Monaten immer wieder das lästige Problem, steckengebliebene Karten aus überforderten Auswurf-Mechanismen zu entfernen.

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Ein Killer-Ausweis, der den Auswurfmechanismus und somit das ganze Terminal lahmlegt.

Unser Tischler verkleinerte daraufhin das Kartenmaul, um der Karte bei Einzug weniger Spiel zu geben. Besonders ärgerlicher Effekt: Die fehlerhaft eingesteckten Karten konnten wir somit auf Null reduzieren. Nur konnte daraufhin der Drucker umso mehr Karten gar nicht mehr auswerfen.

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Der Tischler stößt beim Karteneinzug an seine Grenzen in Sachen Genauigkeit.

 

Außenseite
Außenseite des Terminals. Das Kartenmaul ist zu groß – die Karte hat demnach zu viel Spiel.

 

Rückseite
Innenansicht des Terminals. Die durchgesteckte Karte geht manchmal leider daneben.

 

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Der Drucker schließt beinahe nahtlos mit der Innenseite ab. Doch Spielräume <1mm reichen bereits aus, um Fehler zu produzieren.

3D-print your printer!

Für uns war somit klar, dass ein Kartenmaul aus Holz immer und immer wieder zu ungenau sein würde. Aufgrund der Natur des Werkstoffs (Melamin) und insbes. dessen Bearbeitungsform (Fräsen) kann nur bis zu einer gewissen Genauigkeit gearbeitet werden. Folglich musste ein Kartenmaul aus einem anderen Material her. Aber soll man ein komplettes Terminal neu designen, nur weil ein Bauteil nicht optimal funktioniert?

Kurzum: Die Idee des Kiosk Adapters war geboren und mit neuartiger 3D-Drucktechnologie war auch die Umsetzung nicht weit.

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Design des Adapters mittels CAD. Die Außenform des Druckers wird vermessen und das Werkstück wird nahtlos angepasst.

 

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Druck des ersten Prototypen am MakerBot.

 

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Nahaufnahme MakerBot: Erhitzter Kunststoff wird in hauchdünnen Schichten und somit dreidimensional aufgetragen.

 

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Der Adapter ist an die Außenform des Druckers angepasst.

 

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Erstes funktionierendes Modell. Das Kartenmaul ist nun auf Bruchteile von Millimetern genau, Kartenein- und auswurf funktionieren.

 

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An der Terminal-Innenseite angebrachter Kiosk Adapter. Der Drucker wird nur noch eingehängt.
rt
Der Unterschied zwischen Soft- und Hardware? Bei letzterer muss man jeden noch so kleinen Fehler sofort ausbessern;-)

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