The octopus has landed!

Yes, yes, yes!

Das vom Foto vom Profi, (C) Jürgen.
Nach neun Monaten Planung und Entwicklung steht er nun funktionsfähig an der WU.

Unser Oktopus steht seit heute an der WU – produktiv und bereit für zwölf Monate Bewährungsprobe bevor am Campus WU alle SB-Terminals ausgetauscht werden.

Hinter uns liegt eines der spannendsten Projekte, das man wohl durchführen kann. Von der Bohrmaschine bis hin zum garbage collector gab es kein Werkzeug, das wir nicht in der Hand hatten, ich kenne nun die Eigenschaften von Melamin ebenso, wie die von 7Byte-RFID. Kurzum: Wir haben in den vergangenen neun Monaten gemeinsam mit den Tischlern alles selbst gemacht. Das war spannend, stressig, arbeitsintensiv, lehrreich, aber vor allem war es ziemlich außergewöhnlich.

Ergebnis ist ein Automat, der – ohne Übertreibung – weltweit einzigartig ist. Er druckt A4-Papier mit geringerer Fehlerrate als es der Drucker mit Original-Zubehör täte. Außerdem verfügt der Terminal über ein neuartiges Navigationskonzept, welches auf Lichtsignalen beruht. Die Optik ist ebenso außergewöhnlich wie die zahlreichen Anwendungsfälle, die er abdeckt. Wir sind stolz auf Barrierefreiheit und Inklusion, reduzierten Strom- und Papierverbrauch sowie ein absolut durchdachtes Service-Konzept. Trotz aller Superlativa haben wir dabei den Kostenrahmen gehalten.

Nennenswerte Verbesserungen

Aus Benutzersicht sind das…

  1. Erhöhte Gebrauchstauglichkeit dank kapazitivem Touch-Monitor, größeren UI-Elementen sowie verbesserter Navigationsstruktur.
  2. Einmaliger Ansatz für Barrierefreiheit mit Unterfahrbarkeit für Rollstuhlfahrer dank Auskragung.
  3. Zusätzlich Bezahlung via Kreditkarten. (Zurzeit aufgrund der unklaren Situation hinsichtlich Rechtmäßigkeit von Studiengebühren allerdings nicht freigeschalten.)

Für Wartungsmitarbeiter bedeutet das…

  1. Lösung des bestehenden Papierstau-Problems.
  2. Vergrößerte Service-Intervalle durch größeren Papiervorrat.
  3. Ausdrucke werden nur noch auf expliziten Wunsch gefertigt – weniger Müll.

Für uns Techniker sind das…

  1. Umstellung auf robustes Linux und Abstraktion aller Hardware-nahen Treiber auf Standardschnittstellen.
  2. 100% Python-Code, ein wunderschön-sauberer UI-Code dank PyQt.
  3. Größtmögliche Kompatibilität zur bestehenden Server-Schnittstelle, die in den kommenden 12 Monaten von zwei unterschiedlichen Terminal-Generationen genutzt wird.

Rückblick in Bildern

Neun Monate und 15.000 Zeilen Code später…

Die erste Studie zum “Service Terminal Plus”.
Mittels TeamViewer und Telefonkonferenz wird parallel in Scheibbs und Wien am 3D-Modell gearbeitet.
Während nun das Möbelstück gefertigt wird, verzweifle ich an Video4Linux…
Der erste Mock-Up macht das Terminal spürbar: Wir verorten Komponenten.
Mit kleinen Änderungen wird aus dem Mock-Up ein Prototyp.
Ein Prototyp, der über reichlich Innereien verfügt: Drei Drucker, Touch-Monitor, vier Lichtsegmente, Kamera, Bankomat-Terminal, Kartenleser, Papierlade, Netzwerk und Strom.
Letzte Änderungen fürs (materielle) User Interface werden direkt eingezeichnet.
Aufräumen beim alten UI, welches sich stark an Mausbedienung orientiert…
… hin zu einem Touch-optimierten UI.
Plötzlich eröffnet sich die Frage der Montage. Es folgen Diskussionen, Standortbesichtigung und ein Gutachten, dass der Doppelboden der Belastung standhält.
Letzte Iteration im Büro. Alles fast fertig!
Feinschliff durch professionelle Grafik.

Das Wir im Bericht hat Namen, die ich gerne nennen will. Dank geht an Dennis, der die event loop der Applikation aber auch des Projekts über hat. Wolfgang und Andreas waren beim Möbelstück mit Herzblut dabei – dem Ergebnis kann man es mehr als nur ansehen. Roland und Seán haben sich um die Betriebssystemebene gekümmert. Dank Bernhard läuft das Terminal zu großen Teilen auf Basis des alten, zusätzlich war er unser Erleuchter bei den LED-Streifen, die übrigens eine Idee von Simon waren. Infos zum Drucker-Umbau kamen von einem hilfsbereiten Mitarbeiter der Firma Knapp. Den Bankomat-Code verdanken wir Gabor, und ich habe den Großteil meiner Programmierarbeit bei Stack Overflow “gestohlen”. Der grafische Feinschliff kam von Markus und Wolfgang. 

Bisherige Blogeinträge zum Terminal: Service Terminals Plus und Terminal-Update

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